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Predigt zum 3. Advent, 15.12.2013

ueber Lukas 3,1-14
Epistel : 1. Kor. 4,1-5
Evangelium : Matthaeus 11,2-6
Hauptlied : “Mit Ernst , o Menschenkinder…”(10)

Meine liebe Gemeinde!

Wir haben oft darueber gesprochen: Advent ist die Zeit der Erwartung. Was erwarten wir? Wir erwarten Weihnachten, das Weihnachtsfest. Das ist zunaechst die verstaendlichste Antwort. Wir haben ja noch am Donnerstag Abend hier unser grosses Weihnachtsfest in unserer Kirche geplant. Darauf freuen sich die Kinder, die Muetter, die Eltern , wir alle, die wir gerne feiern. Das wird einfach schoen.

Wir fragen aber auch noch tiefer und konkreter, wir fragen: WEN erwarten wir? Und da gibt unser Glaube und unsere christliche KIrche die Antwort: Wir erwarten Jesus Christus.

Wie das ? Der ist doch schon laengst einmal gekommen, vor 2ooo Jahren, damals geboren als kleines Kind im Stall zu Bethlehem, und jetzt feiern wir doch eigentlich nur seinen Geburtstag, wir blicken zurueck.

Nein, wir blicken nach vorne: Wir erwarten IHN. Die Kirche blickt immer nach vorne, wir sprechen das doch jeden Sonntag im Glaubensbekenntnis: “.. von dannen er kommen wird, zu richten die Lebenden
u die Toten”. Das ist die Wiederkunft Jesu Christi , seine endgueltige, in Macht u Herrlichkeit, und da werden die Maechtigen dieser Welt, unseres Landes und unserer Stadt Ihn einfach erkennen.. ,.muessen! Das ist Seine zweite Ankunft in dieser Welt u Gesellschaft. Seine erste Ankunft hier war damals vor 2000 JAhren als kleines armes Kind, und damals erkannte Ihn nur der Glaube. Am Ende dieser Welt u Gesellschft aber werden Ihn alle erkennen muessen.

Warum spreche ich hier vom Ende der Welt? Weil unsere KIrche, zu der wir ja alle gehoeren, alles , was sie sagt, unter diesem grossen Gesichtspunkt sagt: Diese Welt u Gesellschaft wird ein Ende haben.
Und das sagt nicht nur unsere Kirche, das sagt jeder glaubende Mensch. Im Grunde kommt jeder Mensch zum Glauben und zur Kirche, weil er im Grunde seines Herzens spuert, und es sogar wuenscht(!): diese Welt und Gesellschaft muss ein Ende haben .
Warum wuenscht er das? 1) weil ihn diese Welt, mit allem, was sie in ihrer Reklame anbietet, oft nicht befriedigt. Es muss doch mehr als alles geben, sagt unser Herz. Und unsere Liturgie, durch die so manche zum Glauben in unserer Gemeinde gekommen sind , singt “ Im Dunkel gehen wir auf die Suche, um die Quelle zu finden, und nur der Durst unseres Herzens ist unser Licht”. (Pause…) Und 2) weil diese Welt mit allem, was sie uns antut, uns oft unertraeglich ist, einfach untertraeglich. Und deshalb sprechen uns in unserem Land diese Worte Jesus so an “Kommt her zu mir alle, die ihr muehselig u beladen seid, ichj will euch erquicken” (Pause. Jeder weiss bei sich, wovon ich rede).
Kurz und etwas uebertrieben gesagt: diese Welt u Gesellschaft ist 1. Dumm und 2. Unertraeglich. (Pause). Und manchmal wird mir hier gesagt: unsere KIrche ist einfach 1. Schoen und 2. Eine Insel der Menschlichkeit .

So. Und nun hoeren wir einmal unseren Predigttext fuer den 3. Advent. (Lesen Lk 3,1-14).
Das war also wohl schon immer so in der Geschichte des Glaubens , dass diese Welt u Gesellschaft zu Ende geht, dass Menschen das Ende der Welt erwarten, aber da nichjt einfah das ERnde der Welt, sondern das Ende der Welt u Gesellschaft markiert durch eine Person: Es kommt der Heiland , der alles zurechtbringt “Und alle Welt wird den HEILAND Gottes sehen” (V6), aber diese Person ist zugleich der Richter, der auch strafen muss “Wer hat euch den gewiss gemacht, dass ihr dem zukuenftigen ZORN GOTTES entrinnen werdet?”
So, und alle, die davon getroffen und betroffen sind, wie diese Welt u Gesellschaft verantwortungslos und orientierungslos mit dem Leben auf dieser Erde umgeht, alle, die fuehlen und geradezu fordern, jedenfalls erwarten: Hier muss ein Richter kommen, der alles an seinen Platz stellt, ja der auch straft und zugleich wieder heil macht. Alle, die erkennen: diese Welt u Gesellschaft hat ein Ende, ja muss ein Ende haben, und wir sind alle irgendwie mit schuld , die fragen “WAS SOLLEN WIR DENN TUN?”(V.10)

Liebe Gemeinde ! Das ist eine ganz grosse Frage, eine Frage der Ratlosigkeit: WAS SOLLEN WIR DENN TUN??? Und dieser Frage wollen wir zum Schluss noch kurz nachgehen.

Da habe ich vor ein paar TAgen ein gutes langes Gespraech mit unserem Wanja Wall gehabt, der bei uns zu Besuch ist Ihr weisst ja: der ist zu diesem Wissarion in die Taiga am oberen Jenissei gegangen, der behauptet, der wiedergekommene Jesus Christus zu sein. Wanja hat mir sehr ueberzeugend vorgerechnet, dass diese Welt u Gesellschaft am Ende ist , und dass das Ende der Welt bevorstehe. Vielleicht kann man das ja sagen, obwohl ich das nie sagen wuerde, denn Jesus sagt ja selbst: Wann das Ende kommt, das weiss niemand als Gott allein( Lk 17/ 21 etc). Wanja aber hat auf die Frage WAS SOLLEN WIR DENN TUN? Geantwortet: ich verlasse diese Gesellschaft und gehe in die Taiga, denn diese Gesellschaft ist mir unertraeglich, hier halte ich das nicht mehr aus. Offenbar konnten wir ihm nicht genug Insel der Menschlichkeit im Meer dieser unertraeglichen Gesdellschaft sein. Das ist traurig.
Andere, und es gibt viele solche religioesen Gemeinschaften hier, troesten sich nicht mit Alkohol oder anderem, sondern mit wildem Zungenreden und mit fanatischem Bekehrungseifer. Auch nach dahin haben uns manche verlassen. Viele fluechten in Narkotika, andere werden kriminell, viele lassen sich einfach haengen,- Erschoepfung ist das Kennzeichen unserer Gesellschaft, deshalb kann es zu einer Revolution nicht mehr kommen. DIese Gesllschaft bietet keine Hoffnung mehr, alles ist erlaubt, alles ist egal. WAS S OLLEN WIR DENN TUN?

Es ist ganz ganz wichtig, zu hoeren, was Johannes, der Prediger des Endes, auf diese Frage hier antwortet: “Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. “ Zu den Zoellnern sagt er :”Fordert nicht mehr, als vorgeschrieben ist!” Sogar den Soldaten erlaubt er, ihr Kriegshandwerk weiter zu tun, nur dies sagt er: ” Tut niemand Gewalt oder Unrecht und lasst euch genuegen an eurem Sold” Wie zu unserer Miliz gesagt! Von niemandem wird etwas besonderes erwartet, nur dies, dass er anstaendig seine Arbeit tue! Das Ende der Welt steht bevor, und von niemandem wird etwas besonderes verlangt: jeder bleibe in seinem Stande, nur da bitte anstaendig, menschlich, verantwortungsbewusst leben u arbeiten!

Das sind tolle Worte: Kein grosses Theater machen, nicht weglaufen, keine Revolution, keine besonderen Kirchen und Gemeinden gruenden , nicht sich und andere verrueckt machen, sondern LIebe, Gerechtigkeit, Erbarmen , Verantwortungsbewusstsein, Treue, Geduld… ich merke, ich bin dabei lauter Tugenden aufzuzaehlen. Aber schaut mal, was Paulus u andere im zweiten Teil ihrer Briefe machen, die tun auch nichts anderes als zu beschreiben, wie menschliches , anstaendiges, vernuenftiges Leben aussieht, und das tun sie im Angesicht des Endes ! ( s Romer 13,11ff)

Leben mit Vernunft und Liebe! Wir haben oft gehoert, dass das die Art ist, wie die lutherische KIrche in der Welt lebt . Und wir wissen auch, dass das kluge Menschn bei uns anzieht.

Das Ende der Welt steht bevor. Christus kommt WAS SOLLEN WIR DENN TUN? Gar nichts anderes als sich IHM zuwenden, anstaendig leben, Inseln der Menschlichkeit im Meer dieser Welt schaffen, bis dass ER kommt.
Amen!